Man meint, Deutschland über seinen Riesling zu kennen. Ein sympathischer Irrtum. Das Land steckt voller weiterer Schätze – Rot, Weiß und Schaum -, perfekt für ein Abendessen mit Freunden, ein Tête-à-Tête oder ein genussreiches Wochenende. Auf zu diesen Flaschen, die den Tisch … einmal anders zum Klingen bringen.
Rotweine: frische Eleganz und Temperament
Deutschland liebt Finesse. Die Roten setzen hier eher auf Spitze als auf Muskeln. Ergebnis: bekömmliche, präzise Weine, die zu Brathähnchen oder gegrilltem Lachs richtig aufspielen.
Spätburgunder (Pinot Noir): seidig, frische Kirsche, ein Hauch Würze. Perfekt zu Pilzrisotto oder Kalbskotelett.
Lemberger (Blaufränkisch): strukturierter, dunkle Früchte, feiner Pfeffer. Liebt rosa Lamm und Grillgerichte.
Dornfelder: tiefdunkle Farbe, reife Frucht, unkompliziert. Ideal für den Pizza-Abend oder eine Platte mit Aufschnitt.
Trollinger (Schiava): leicht, saftig, leicht gekühlt servieren. Super zu bunten Salaten oder kaltem Sonntags-Hähnchen.
Lust auf einen Twist? Suchen Sie nach Frühburgunder (frühreifer Pinot Noir) – seltener, dunkler, sehr verführerisch.
Weißweine: direkt auf den Punkt
Auch wenn der Riesling den Ton angibt: Seine Verwandten stehen ihm in nichts nach. Geradlinige, gastronomische Weiße, die dem Gericht nicht die Schau stehlen.
Grauburgunder (Pinot Gris): fülliger, reife Birne und Haselnuss. Auf dem Tisch zu Flammkuchen oder Kräuterlachs.
Scheurebe: aromatisch, Grapefruit und Schwarze Johannisbeere. Top zu nicht zu scharfer asiatischer Küche oder Sushi.
Gutedel (Chasselas) und Elbling: leicht, kristallklar, perfekt zum Aperitif und zu Austern.
Für die Neugier: Kerner oder Bacchus liefern fröhliche, unkomplizierte Weiße – ideal zum Öffnen ohne viel Nachdenken.
Deutsche Perlen: die Sekt-Karte
Unterschätzen Sie den Sekt nicht. Deutsche Schaumweine legen zu, vor allem bei Winzern, die in traditioneller Flaschengärung arbeiten. Um richtig zu zielen, achten Sie auf die Angabe Winzersekt (im Weingut erzeugt) und auf Extra-Brut-Varianten für den schicken Aperitif. Pinots oder Silvaner als Basis? Die Frische spricht – mit Zitruszesten und feiner Perlage. Servieren Sie zu Gougères, Austern oder Ceviche.
Wo suchen, was öffnen
Kleiner Express-Fahrplan, um den Keller zielsicher zu füllen:
Ahr und Baden: zarter Spätburgunder, perfekt für Finesse-Fans.
Württemberg: charaktervoller Lemberger, dazu Dornfelder und Trollinger für die Geselligkeit.
Pfalz und Nahe: leuchtender Grauburgunder und Scheurebe, unwiderstehliche Tischweiße.
Franken: kerzengerader Silvaner, oft im Bocksbeutel, Freund von Gemüse und Fisch.
Mosel: jenseits des Rieslings lohnen Elbling und einige rassige Schaumweine den Blick.
Einfacher Tipp: Beim Weinhändler nach „einem deutschen Pinot» für Rot und „einem sauberen, trockenen Silvaner» für Weiß fragen. Da leuchten die Augen.
Letzter Schluck
Deutschland, jenseits des Rieslings, öffnet eine ganze Tafel: anmutige Rote, geradlinige Weiße, feine Perlen. Für einen Entdeckungsabend stellen Sie Silvaner, Spätburgunder und Sekt nebeneinander. Drei Gläser, drei Stimmungen, ein Land, das sich ohne Fachjargon erzählt. Jetzt sind Sie dran: Wählen Sie das Gericht, den Gast … und lassen Sie die Flaschen das Gespräch führen.
Häufige Fragen zu deutschen Weinen jenseits des Rieslings
Wie wählt man einen guten deutschen Spätburgunder (Pinot Noir) ?
Für Finesse Ahr, Baden oder Pfalz anpeilen, für mehr Struktur Württemberg. Auf Stilhinweise (trocken), moderaten Alkohol (12-13,5 %) und behutsamen Holzeinsatz achten. Pairings: Brathähnchen, Pilzrisotto, gegrillter Lachs.
Ist Silvaner eher trocken und womit kombiniert man ihn am besten ?
Überwiegend trocken (Angabe „trocken»), geradlinig und kräutrig. Er glänzt zu Spargel, gedämpftem Fisch, geröstetem Gemüse und Frischkäse. In Franken erkennt man die bauchige Flasche „Bocksbeutel». Serviert bei 8-10 °C.
Was ist Winzersekt und woran erkennt man ihn ?
Winzersekt ist ein Sekt, der vom Weingut selbst hergestellt wird, oft in traditioneller Flaschengärung mit Hefelager. Auf die Angabe „Winzersekt» achten und für den Aperitif die Dosagen Brut oder Extra Brut bevorzugen. Ideal zu Austern, Gougères oder Ceviche, serviert bei 6-8 °C.
Welche Serviertemperaturen gelten für diese deutschen Weine ?
Leichte Rote (Spätburgunder, Trollinger): 14-16 °C, leicht gekühlt. Weiße (Silvaner, Weiß-/Grauburgunder, Scheurebe): 8-10 °C. Schaumwein (Sekt): 6-8 °C. Nicht zu kalt servieren – die Aromen verschließen sich.
Womit startet man für einen Entdeckungsabend mit vernünftigem Budget ?
Stellen Sie ein Trio zusammen: Silvaner trocken (Franken), Spätburgunder aus Baden oder Ahr und einen Winzersekt Brut. Beim Weinhändler nach „einem delikaten deutschen Pinot» und „einem sauberen, trockenen Silvaner» fragen. 12-20 € pro Flasche anvisieren für hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.