Von Greg
Liebhaber guter Weine und Kuriositäten.
02/02/2026

Von Greg
Liebhaber guter Weine und Kuriositäten.
02/02/2026
In Kampanien lebt der Weinbau zwischen Küsten und Kratern. Die Rotweine aus Taurasi, aus der Rebsorte Aglianico, haben ein starkes Rückgrat, bleiben jedoch fein. Man findet Aromen von Schwarzkirsche, Gewürzen und eine rauchige Note, sehr „schwarze Erde». Perfekt zu Tomatenschmortopf oder gegrillten Lammkoteletts.
Bei den Weißen glänzt die lokale Dreifaltigkeit: Fiano di Avellino (Pfirsich, Kräuter, ein Hauch Honig), Greco di Tufo (salziger, straffer) und Falanghina (fruchtig, unkompliziert, ideal zum Apéro mit frittierten Meeresfrüchten). Präzise Weine, die einfache Gerichte lieben: Linguine mit Venusmuscheln, Mozzarella di Bufala, gegrilltes Gemüse.
In Apulien liebt man die unverhohlene Wärme. Primitivo di Manduria ist saftig, sonnendurchflutet, mit Noten von Pflaume und Feige. Ein natürlicher Partner zu Salsiccia-Pizza, glasiertem Schweinekotelett oder dem Sommergrill. Der Negroamaro, Star von Salice Salentino, ist dunkler, würziger und mit schönem Trinkfluss. Und die Rosés aus dem Salento? Köstlich, trocken, perfekt zu einem Salat aus vollreifen Tomaten.
Am Ätna steigen die Weinberge hoch hinauf. Etna Rosso (Nerello Mascalese) ist hell in der Farbe, fein im Tannin, mit vibrierender Energie – großartig zu Auberginen alla Parmigiana. Etna Bianco (Carricante) zieht schnurgerade: Zitrone, Stein, Jod – ideal zu gegrilltem Fisch.
Weiter südlich setzt Nero d’Avola auf Fülle und Sonne, während Cerasuolo di Vittoria knackige Frucht und Frische vereint. Zum Dessert: Passito di Pantelleria (Zibibbo): getrocknete Aprikose, Orangenschale – eine Inselerinnerung für sich. Ein Glas reicht, um das Gespräch zu parfümieren.
Auf Sardinien ist Cannonau di Sardegna (die lokale Grenache) vollmundig, duftet nach Macchia-Kräutern, perfekt zu einer Lammkeule mit Kräutern. Vermentino di Gallura hingegen strotzt vor Frische und Salz: denken Sie an Muscheln, Ceviche, Frischkäse.
Zurück auf dem Festland, in der Basilikata: Aglianico del Vulture wächst auf alter Asche. Ein tiefer Rotwein, ernst, ohne streng zu sein, der geschmortes Fleisch und Pilze liebt. Ein Wein, der vom Atmen und ein wenig Geduld profitiert.
Im Regal helfen ein paar einfache Regeln.
Merken Sie sich diese Namen und kombinieren Sie sie schlicht am Tisch – dort wirkt die Magie.
Fazit: Süditalien wählt man nach Gefühl – ein Gericht, eine Lust, ein Rebsortenname. Servieren Sie Rotweine leicht gekühlt, Weißweine nicht zu kalt, und lassen Sie die Landschaft sprechen. Sie werden sehen: Hinter jeder Flasche steckt ein Stück Meer, ein Hauch heißer Wind und eine Geschichte. Nächster Schritt? Eine Appellation wählen, die Sie noch nicht kennen, und den Tisch auf Reisen schicken, ohne den Stuhl zu verlassen.