Diese Rebsorten trotzen der Hitzewelle

Hitzefeste Rebsorten, frische Rot- und Weißweine
Pierres Favorit

Von Pierre

Weinliebhaber und -sammler.

03/02/2026

Das Thermometer klettert, die Lese rückt vor, die Weine werden warm… aber nicht alle Rebsorten geben kampflos auf. Manche bewahren unter der Sonne Ruhe und Frische. Ein Überblick über Trauben, die nicht beim ersten Hitzeschub schmelzen, und Hinweise, wie Sie sie im Glas erkennen.

Robuste Rote, kühler Kopf

Hitze begünstigt Trauben, die langsam reifen, dicke Schalen und tiefe Wurzeln haben. Das Ergebnis: Weine, die Haltung bewahren, ohne marmeladig zu werden.

  • Mourvèdre: liebt Wärme, lässt sich nie hetzen. Liefert dichte, salzige Rote, die an der Küste Kurs halten – etwa in Bandol oder allgemein im Mittelmeerraum.
  • Carignan: alte Reben, maßvolle Erträge: bewahrt Pep selbst unter Gluthitze, mit dieser leicht wilden Note, die man am Tisch so liebt.
  • Grenache: Meister von Trockenheit und Wind. Großzügig, ja, aber feiner in der Höhe oder auf steinigen, kiesigen Terroirs.
  • Touriga Nacional: portugiesische Ikone, duftig und solide; bleibt frisch, wenn die Nächte noch etwas kühl sind (Dão, hohe Hänge des Douro).
  • Aglianico: der italienische „Barolo des Südens». Spät reifend, straff – kommt mit brennheißen Sommern zurecht und ergibt Rote mit hohem Lagerpotenzial.

Wenn das Etikett Höhe, alte Reben oder einen lokalen Wind (Mistral, Tramontane) erwähnt, ist das oft ein gutes Zeichen für die Balance.

Weiße, die die Frische bewahren

Bei Weißweinen sucht man jene, die die Säure behalten, wenn die Sonne brennt. Dickschalige, langsam reifende Sorten, oft mediterraner Herkunft.

  • Assyrtiko: Santorin in der Flasche. Trocken, straff, salzig; bleibt kerzengerade selbst bei 40 °C.
  • Xarel·lo: Rückgrat ernsthafter Cavas. Robust, krautig, hält die Hitzewelle aus, ohne sein Rückgrat zu verlieren.
  • Vermentino (Rolle): Meeresgischt-Note, feine Bitterkeit, Macchia-Frische. Perfekt von der ligurischen Küste bis nach Korsika.
  • Chenin Blanc: Loire-Chamäleon. Behält die Säure selbst vollreif, besonders auf Kalk oder Schiefer.
  • Fiano: wieder Süditalien – schmelzige Textur, aber intakte Spannung, vor allem in der Höhe.

Ein nützlicher Hinweis: moderat angegebener Alkohol und windige oder insulare Regionen. Weißwein sollte Spannung haben, nicht nur Sonne.

Der Ort zählt genauso wie die Rebsorte

Dieselbe Rebsorte kann je nach Umfeld ausufern oder gelassen bleiben. Höhe (kühle Nächte), Nordlagen (mehr Schatten), durchlässige Böden (tiefe Wurzeln), Meeresbrisen: alles natürliche Schutzschilde. Im Weinberg und im Keller wird angepasst: früher lesen, etwas Schatten auf den Trauben lassen, ergänzende Sorten verschneiden. „Neue» oder krankheitsresistente Rebsorten (Xarel·lo, aber auch neuere Selektionen) bahnen sich ihren Weg: weniger Einsatzstoffe, mehr Resilienz.

Wie man im Restaurant oder beim Weinhändler wählt

Man muss kein Önologe sein, um richtig zu liegen: Ein paar einfache Reflexe helfen, die Hitze im Glas auszutricksen.

  • Bevorzugen Sie spät reifende oder mediterrane Rebsorten sowie windige oder hochgelegene Regionen.
  • Achten Sie auf Hinweise zu Inseln, Bergen oder lokalen Winden: ein Frische-Signal.
  • Servieren Sie einen sonnenreichen Roten leicht gekühlt: 14-16 °C – so singt die Frucht ohne Schwere.
  • Beim Weißwein ruhig Assyrtiko, Xarel·lo oder Chenin wagen – für ein Abendessen, das vom Anfang bis zum Dessert lebendig bleibt.

Kurz gesagt: Das Klima ändert sich – Ihre Auswahl auch. Kurs auf lichte, aber gefasste Weine: mehr „Schweizer Taschenmesser» als Lichtschwert.

Fazit

Die Erwärmung zwingt den Weinbau zur Neuerfindung. Gute Nachricht: Sie treibt uns zum Entdecken. Probieren Sie einen Assyrtiko zu Meeresfrüchten, einen Mourvèdre zum Lamm, einen Xarel·lo als Aperitif, einen Aglianico zur schönen Rinderkotelett. Sie finden Frische, Energie – und die Lust, die nächste Flasche für die Wissenschaft zu öffnen. Und für den Genuss.

Häufige Fragen zu hitzeresistenten Rebsorten

Welche roten Rebsorten bleiben im warmen Klima frisch ?
Mourvèdre, Carignan, Grenache aus der Höhe, Touriga Nacional und Aglianico. Ihre späte Reife, dicken Schalen und maßvollen Erträge helfen, Spannung und Struktur zu bewahren.
Welche weißen Rebsorten behalten unter Hitze die Säure ?
Assyrtiko, Xarel·lo, Vermentino (Rolle), Chenin Blanc und Fiano. Sie reifen langsam und behalten ein solides Säuregerüst selbst bei starker Sonneneinstrahlung.
Welche Etikettenhinweise deuten auf Frische hin ?
Hinweise auf Höhe, alte Reben, lokale Winde (Mistral, Tramontane) oder steinige/insulare Terroirs. Ein moderater Alkoholgehalt und Nordlagen sind ebenfalls gute Indikatoren.
Welche Serviertemperatur für einen „sonnigen» Rotwein ?
Zielen Sie auf 14 bis 16 °C. Leichtes Kühlen bringt die Frucht hervor, verfeinert die Tannine und vermeidet Alkoholschwere. In nicht zu breiten Gläsern servieren, um die Kraft zu kanalisieren.
Wie beeinflusst das Terroir die Frische eines Weins ?
Höhenlage (kühle Nächte), Meeresbrisen, durchlässige Böden und schattigere Expositionen verlangsamen die Reife, vertiefen die Verwurzelung und erhalten die Säure – also das Gleichgewicht.
Welche Speise-&-Wein-Kombinationen empfehlen Sie ?
Assyrtiko: Meeresfrüchte, Austern, gegrillter Fisch. Mourvèdre: Lamm, mediterrane Küche. Xarel·lo: Tapas, Ziegenkäse. Aglianico: Rinderkotelett, Schmorgerichte. Vermentino: jodige Küche, gegrilltes Gemüse.