Von Natacha
Bio-Winzerin in Umstellung.
24/09/2025

Von Natacha
Bio-Winzerin in Umstellung.
24/09/2025
Bio, Biodynamie, Natur … drei Wörter, die man auf Etiketten immer häufiger liest. Dahinter stehen Arten, Reben zu kultivieren und Wein zu bereiten, die den Inhalt des Glases wirklich verändern. Draußen im Weinberg sieht man es schon im Morgengrauen, wenn man durch die Zeilen geht und dem Boden zuhört. Hier eine einfache Orientierungshilfe.
Der biologische Weinbau beginnt im Weinberg: keine synthetischen Pestizide, keine chemischen Herbizide, keine Dünger auf Erdölbasis. Behandelt wird mit Kräutertees, Schwefel und Kupfer, der Boden wird genährt, und man akzeptiert, dass die Natur ihren Anteil nimmt. Das ist kontrolliert und zertifiziert (Logos gut sichtbar auf dem Etikett).
Im Keller sind im Bio-Bereich noch einige önologische Hilfsmittel erlaubt: bei Bedarf Reinzuchthefen, etwas Sulfite zum Schutz, gelegentlich eine leichte Filtration. Die Idee: sauber und geradlinig bleiben, ohne zu schminken. Im Glas dürfen Sie klare, gut lesbare Weine erwarten, die Rebsorte und Klima respektieren.
Die Biodynamie ist Bio … einen Schritt weiter. Das Weingut wird als Organismus betrachtet: Böden, Reben, Hecken, Tiere. Man arbeitet mit dem Jahreslauf, stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze mit Präparaten (Tees, Komposte) und sucht das Gleichgewicht statt die Kontrolle.
Im Keller greift man wenig und behutsam ein. Die bekanntesten Siegel: Demeter und Biodyvin. Häufiges Ergebnis im Glas: vibrierende, präzise Weine mit einer leuchtenden Energie. Wenn alles gut läuft, knackt es wie in einen frischen Apfel, in den man früh am Morgen beißt.
Naturwein ist vor allem eine Kellerphilosophie: Trauben mindestens aus Bio-Praxis, von Hand gelesen, danach eine Gärung mit den natürlich auf der Beerenschale vorhandenen Hefen. Keine Additive, keine Korrekturen, kein (oder sehr wenig) Schwefel. Die Version „ohne Make-up».
Der Stil? Mitunter trüb, oft sehr saftig, mit klaren Fruchtaromen und großer Trinkigkeit. Doch die Hygieneanforderung ist maximal: Wenn es gut gemacht ist, ist es pur; sonst kann es aus dem Ruder laufen. Fazit: Verlassen Sie sich auf Winzerinnen und Winzer, die Sie mögen … und auf neugierige Weinfachhändler.
Bevor Sie zur Flasche greifen, helfen ein paar einfache Reflexe.
Wichtig ist nicht das „reinste» Etikett, sondern die Freude und Aufrichtigkeit des Weins.
Bio, Biodynamie und Natur erzählen drei Grade des Engagements – vom Weinberg bis in den Keller. Das Fundament ist die Achtung des Lebendigen; der Rest ist eine Frage der Wahl, der Sensibilität und des Stils. Probieren Sie, vergleichen Sie, merken Sie sich, was Ihnen gefällt. Ihr Gaumen ist Ihr bester Wegweiser – und der treueste Weggefährte an den Hängen.